Vuchelbeerbaamland

Reglindis
Rauca
Roman
Gebunden, 206 Seiten
ISBN : 978-3-89812-542-0
Mitteldeutscher
Verlag
2008 (3. Auflage)
» zur Leseprobe aus Vuchelbeerbaamland
» über die NS-Vergangenheit des Großvaters
Information des Mitteldeutschen Verlages:
In ihrem Debütroman „Vuchelbeerbaamland“ stellt sich Reglindis
Rauca der NS-Vergangenheit ihres Großvaters und dem langen Schweigen ihrer
Familie.
1982 wurde der ehemalige SS-Hauptscharführer Helmut Rauca wegen Mordes an über 10.000 litauischen Juden angeklagt und von Kanada an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert. Zu diesem Zeitpunkt lebte seine Enkelin Reglindis Rauca mit ihrer Familie im sächsischen Plauen und wusste nichts von den Verbrechen ihres Großvaters, obwohl dieser durch Briefe und Fotos in ihrer Kindheit präsent war. In ihrem Debütroman „Vuchelbeerbaamland“ beschreibt Reglindis Rauca das schwierige Erwachsenwerden zwischen DDR-Ideologie und christlichem Elternhaus.
Marie hat rote Haare und fühlt sich wie ein Hexenkind. Als phantasievoller Wildfang wächst sie im idyllischen Vogtland auf. Stoisch blendet die liebevolle, aber strenge Mutter alles aus, was über den engsten Familien- und Kirchenkreis hinausgeht. Der Vater erzieht die Kinder warmherzig, aber voll unterschwelliger Wut auf „die Roten“. Von den Mitschülern als „Spinnerin“ geächtet und in der Familie immer wieder aneckend, sucht Marie nach Orientierung und findet diese mal in der Kirche, mal in der staatlichen Ideologie. Da wird ihr ohnehin schwankendes Weltbild grundlegend erschüttert, als der in Kanada lebende Großvater in aller Öffentlichkeit an die BRD ausgeliefert wird und sie erfährt, dass ausgerechnet jenes Familienmitglied, das für sie zum Symbol der Freiheit geworden ist, ein international gesuchter SS-Verbrecher ist.
„Vuchelbeerbaamland“ (dialektale Aussprache von „Vogelbeerbaumland“ und
Symbol für die Region des Vogtlandes, aber vor allem für "die geistige Enge, Beschränktheit
und Provinzialität, die überall sein kann") erzählt
in spielerisch-origineller, die überbordende Vorstellungskraft
der Protagonistin reflektierender Sprache und mit oft beißendem
Humor nicht nur eine Geschichte vom Erwachsenwerden im deutschen Osten,
sondern von der überall schwierigen und konfliktreichen Suche
nach einer Identität in der Vielschichtigkeit und Brüchigkeit
der Systeme.
press release english
Vuchelbeerbaamland als Fortsetzungsroman:
von Februar-April 2009 in der sächsischen Tageszeitung "Freie Presse"
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