AUTORIN | Reglindis Rauca

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Biografie
Reglindis Rauca wurde 1967 in Plauen/V. geboren und wuchs dort auf.
1985 Abitur in Plauen, danach Tätigkeit in der Diakonie und Berufsausbildung zur Krankenpflegerin in Dresden.
1989-1993 Schauspielstudium in Berlin und Düsseldorf, u.a. an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.
1990-2007 Engagements als Schauspielerin und Ensemblemitglied an städtischen Theatern, u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus. Intensive Beschäftigung mit Dramatik und Literatur.
In den 1990er Jahren entstanden zudem grafische Projekte und Ausstellungen.
Seit 2003 literarische Arbeit und zufällige Entdeckung der NS-Taten des Großvaters.
Seit 2008 freischaffende Schriftstellerin. Debüt-Roman “Vuchelbeerbaamland”, Autorenlesungen und Leitung von Workshops für kreatives Schreiben.
Reglindis Rauca lebte von 1992-2011 in Düsseldorf, seitdem in Potsdam.
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS).

Veröffentlichungen 
Roman “Fatzvogel“, Mitteldeutscher Verlag 2014
Roman “Vuchelbeerbaamland“, Mitteldeutscher Verlag 2008
Story “Wut im Bauch”, MDR-Literaturwettbewerb 2010, Rotbuch Verlag (Anthologie)

Ehrungen
Auslandsstipendium (InterStip) des Landes Brandenburg für das Jahr 2017 in der Sparte Literatur/Übersetzung/Dramatik
Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf 2008

Literarische Themen und autobiografischer Bezug
Zu Raucas literarischen Themen gehört die Reflexion und Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen, mit der jüngeren deutschen Geschichte (DDR, deutsche Einheit) und mit der NS-Zeit.

1982 wurde der ehemalige SS-Hauptscharführer Helmut Rauca wegen Mordes an über 10.000 litauischen Juden angeklagt und von Kanada an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert. Zu diesem Zeitpunkt lebte seine Enkelin Reglindis Rauca mit ihrer Familie im sächsischen Plauen (DDR) und wusste nichts von den Verbrechen ihres Großvaters, obwohl dieser durch Briefe und Fotos in ihrer Kindheit präsent war.

Zufällige Entdeckung der NS-Verbrechen und literarische Auseinandersetzung
Reglindis Rauca entdeckte erst 2003, durch das zufällige Googeln ihres Familiennamens, die wahre Geschichte und die NS-Vergangenheit ihres Großvaters Helmut Rauca. In ihrem Debütroman “Vuchelbeerbaamland” stellte sie sich diesem historischen und familiären Erbe, und dem langen Schweigen ihrer Familie. In “Fatzvogel” reflektiert sie diese Geschichte weiter.

Reaktionen auf den Debüt-Roman
Familienmitglieder der Autorin reagierten sehr unterschiedlich: mit jahrelangem Kontaktabbruch, Vorwurf der Nestbeschmutzung, vorsichtiger Zurückhaltung und anerkennender Zustimmung. Parallel entwickelte sich eine wunderbare Freundschaft und Briefwechsel mit Sol Littman, dem jüdisch-kanadischen Journalisten, ehem. Director des kanadischen Simon-Wiesenthal-Zentrums und Autor des Buches “War Criminal on Trial: Rauca of Kaunas”.
Auch in Lesungen, Podiumsdiskussionen und Interviews thematisierte Reglindis Rauca die NS-Verbrechen ihres Großvaters und erhielt viel Zuspruch und Ermutigung von Lesern, Zuhörern und Zuschauern.

Informationen zur NS-Vergangenheit von Helmut Rauca