LITAUEN Blog

Willkommen auf meinem Blog! Litauen 1.-30.9.2017

Mein literarisches Projekt: „Die Verbrechen meines Großvaters: Eine Spurensuche in Litauen“

30.9.
Abflug nach Berlin in einem Bogen über die Kuhrische Nehrung, die unter meinen Augen golden glänzte …
Ankunft in Potsdam, Freude über meine Wohnung mit den vertrauten Möbeln, Bildern, Klavier, die idyllisch grüne Umgebung und ungewohnte Ruhe ringsum, all die kleinen und größeren Annehmlichkeiten, ein Auto, mit dem man einkaufen fahren kann, statt die Sachen mit dem Rucksack im Regen auf dem Fahrrad zu schleppen, meine eigene Küche, die Kräuter auf dem Balkon, die wie wild gewachsen sind, mein eigenes Bett … es war ein gutes Gefühl, nach Hause zu kommen.

Es waren bewegende, aber auch anstrengende vier Wochen. Es war sehr wichtig, dass ich da war, für beide Seiten, denke ich. Ich bin dankbar für die vielen Eindrücke und wunderbaren Begegnungen. Dankbar dafür, dass ich noch Überlebende des Kaunas Ghetto treffen und sprechen durfte und sie mich mit Liebe empfangen haben. Ich habe Freunde gewonnen. Wir bleiben in Kontakt.

In den nächsten Wochen, solange die Eindrücke noch frisch sind, will ich mich dem Ordnen meiner Dateien und dem Schreiben widmen, denn aus dieser Reise soll ein Buch entstehen.

Danke fürs Verfolgen meines Blogs, ich lasse hier keine Kommentare zu, aber auf meiner Facebook-Seite darf sich jede/r äußern (solange die Nettiquette eingehalten wird :) Ich freue mich drauf!

Reglindis Rauca

29.9.
Den letzten Tag genoss ich bei Bilderbuchwetter (Vilnius präsentierte sich in meiner letzten Woche von seiner besten Seite) in der schönen Altstadt. Abends freute ich mich auf eine Premiere im Drama Theater, das künstlerisch von europäischem Rang ist. Im Stück sollten Mythen der litauischen Geschichte neu erzählt werden, was sie dann auch wurden: es war eine sehr moderne, in sich stimmige und gute Inszenierung, allerdings fluteten sie das Theater drei ! Stunden lang mit Techno-Sounds in voller Lautstärke und Video-Laser-Show … das war ein dröhnender Abschluss.
Am nächsten Tag brauchte ich zwei Aspirin, um der Kopfschmerzen Herr bzw. Frau zu werden …

28.9.
am Abend war das öffentliche Gespräch mit Arkadijus Vinokuras und mir in der Vilnius Jewish Public Library. Zum Schluss gab es viele positive Stimmen, festen Händedruck und Umarmungen.

Aufzeichnung Gespräch
Vilnius Jewish Public Library am 28.9.2017
mit Reglindis Rauca und Arkadijus Vinokuras
Moderation: Žilvinas Beliauskas, Übersetzer: Linas Janulevičius
https://www.youtube.com/watch?v=6bjgTak-APY

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v.l.n.r.: Žilvinas Beliauskas, Judita Gliauberzonaite, Reglindis Rauca, Arkadijus Vinokuras

27.9.
heute war ich im Holocaust Museum Green House.
https://www.facebook.com/green.house.LT/
Ein junger Mann aus Österreich, Emanuel Vonier, erklärte mir mit Begeisterung das Museum und wir kamen ins Gespräch. Er und sein “Kollege” sind seit vier Wochen in Vilnius, sie leisten 12 Monate Freiwilligendienst beim Gedenkdienst (österreichischer Wehrersatzdienst). Wie schön und wichtig, dass es diese Möglichkeit gibt und das Wissen an die junge Generation weitergegeben wird. Ich bedanke mich herzlich für die fachkundige Führung und wünsche den beiden eine gute Zeit in Vilnius.

26.9.
der gestrige Tag stand wieder ganz im Zeichen der Begegnungen und Gespräche. Am Vormittag sprach ich mit Ruta Vanagaite, einer engagierten Autorin und Journalistin:
http://www.deutschlandfunkkultur.de/ruta-vanagaite-die-unsrigen-enthuellungen-ueber-litauens.979.de.html?dram:article_id=349626
Litauen debattiert über ein Buch. Die Autorin, Ruta Vanagaite, packt mit ihrem “Die Unsrigen” ihre Landsleute an einem wunden Punkt. Es geht um die historische  Verantwortung der litauischen Gesellschaft am Holocaust.

Dann zeigte mir der kundige Guide Chaim Bargman in Kaunas das Viertel des ehemaligen Ghettos und den Platz, an dem mein Großvater stand, als er die 9.200 jüdischen Menschen selektierte. Das Viertel hat sich seitdem sehr verändert und ist heute ein modernes Wohnviertel in Vilnius. Wir verständigten uns ausgezeichnet auf jiddisch, was ich ohne Probleme verstehe, solange es keine hebräischen Worte enthält. Trotz der schweren Vergangenheit, der wir gedachten und der vielen traurigen Details, die Chaim mir erzählte, lachten wir über unsere gute jiddische Verständigung und erforschten manche Worte und Redewendungen auf ihren sprachlichen Grund.

Am Nachmittag war ich ein zweites Mal in der jüdischen Gemeinde Kaunas und sprach mit ihren Mitgliedern, darunter zwei Zeitzeuginnen und Überlebende des Kaunas Ghettos. Es war wieder ein wunderbares Gespräch, geprägt von gegenseitiger Offenheit, Wärme und Herzlichkeit. Ich bin erfüllt und dankbar.
Nach diesen intensiven und anstrengenden letzten Tagen werde ich jetzt mal das schöne Wetter genießen (in den ersten beiden Wochen meines Hierseins regnete es ja fast ständig …), mich in einen der schönen Parks in der Altstadt setzen, Kopf und Herz ein bisschen lüften und ein paar Notizen machen. Heute Abend besuche ich wieder den Jiddisch Reading Circle mit Prof. Dovid Katz und freue mich auf den Klang der Sprache und viele ”alte Bekannte”.

24.9.
an diesem denkwürdigen Tag ein nächtliches Statement. Nachmittags war ich zu Gast bei einer kleinen, jüdischen Gedenkveranstaltung in Naujaneriu, in einem Wald bei Vilnius. Hier wurden über 1.700 jüdische Menschen erschossen, darunter viele hundert Kinder. Auf der Hinfahrt erfuhr ich, dass mein lieber, hochverehrter jüdischer Freund Sol Littman schon im Januar verstorben ist. Er hat ein biblisches Alter von 96 Jahren erreicht. Ich erhielt seit Weihnacht keine Nachricht mehr von ihm, daher ahnte ich etwas. Dennoch traf mich diese Nachricht sehr. Anschließend waren wir zu einer Filmpremiere über das Massaker an der jüdischen Bevölkerung in Moletai/Litauen 1941. Der dokumentarisch inszenierte Film war sehr gut, das sah ich an den Bildern und Einstellungen. Leider habe ich wenig verstanden, da in russisch, litauisch und hebräisch gesprochen und betitelt wurde. Dennoch war der Film spannend und bewegend, denn erst gegen 19.30 Ortszeit fiel mir ein, dass ja in D Wahlen sind … Ich zückte unterm Kinosessel mein Handy und sah an der Hochrechnung die Verluste der SPD und die Gewinne der AfD … ein jüdischer Freund auf meinem Nachbarsitz verstand mein Entsetzen nur bedingt und meinte, D sei doch eine stabile Demokratie … Wir müssen jetzt sehr wachsam und streitbar sein.

21.9.
gestern Abend besuchte ich die wunderbare und engagierte Frau Prof. Irena Veisaite. Sie ist Überlebende des Kaunas Ghetto, Professorin für Theater- und Literaturwissenschaft und (neben vielen anderen Auszeichnungen) Trägerin der Goethe-Medaille 2012. Sie baute das Thomas-Mann-Museum in Nida auf und setzte sich zeitlebens für Ausgleich und Verständigung ein.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/litauische-zeitzeugin-erzaehlt-vom-zweiten-weltkrieg-15110354-p2.html

http://www.dw.com/de/%C3%BCberleben-um-zu-erz%C3%A4hlen-irena-veisaite/a-16148611

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/tips/163996/index.html

Gespräch im Vilna Gaon State Jewish Museum

19.9.
Heute war ein wichtiges und gutes Gespräch im Staatlichen Jüdischen Gaon Museum Vilnius. Museums-Direktor und Schriftsteller Markas Zingeris und ich sprachen, von unserer jeweiligen Seite aus, vor Journalisten über das Geschehen des Holocaust. Zingeris’ Mutter ist Überlebende des Kaunas Ghetto und der “Großen Aktion” im Oktober 1941, bei der mein Großvater die 9.200 Menschen selektiert hatte, die am folgenden Tag im 9. Fort erschossen wurden. Wir sind beide Schriftsteller und haben über meinen Großvater geschrieben. Je ein Auszug daraus wurde auf dem Treffen gelesen. Persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse, das Schreiben über die gleiche Person, meinen Großvater, sowie Fragen der Weitergabe dieses Wissens und der moralischen Bildung bewegten uns. Es war ein vielschichtiges, von gegenseitigem Interesse und Respekt geprägtes Gespräch. Trotz der Schwierigkeit, mit diesem schrecklichen Erbe umzugehen und der täglichen emotionalen Konfrontation damit hier, bin ich glücklich, in Litauen zu sein und solche Gespräche führen zu dürfen. Es ist Austausch, Verständigung und Aufarbeitung im besten Sinne. DSC_1094 DSC_1122 DSC_1127

v.l.n.r.: Arkadijus Vinokuras, Reglindis Rauca, Markas Zingeris

Presse zum Gespräch

www.15mint.lt, 19.9.2017
Paulius Gritėnas
https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/istorija/holokausto-siaubas-rasytojai-lietuvos-zydas-m-zingeris-ir-vokiete-r-rauca-i-susitikima-atejo-is-skirtingu-pusiu-582-855544

http://lzinios.lt, 20.9.2017
Gintare ČIULADAITĖ
http://lzinios.lt/lzinios/Kultura-ir-pramogos/aukos-ir-budelio-anukai-knygose-aprase-ta-pacia-istorija/250584

English version:
http://www.lzb.lt/en/2017/10/03/descendants-of-victims-and-perpetrators-tell-the-same-story/

http://www.bernardinai.lt, 27.9.2017
Gintarė Kubiliūtė, Eglė Milinavičiūtė
http://www.bernardinai.lt/straipsnis/2017-09-22-gestapininko-anuke-ir-holokausto-aukos-sunus-kaip-butina-zmogui-duona-taip-butina-ir-tiesa/164023

“Thank you once again for talking and sharing your experience and insights. I must join Mr. Zingeris and Mr. Vinokuras in saying you’re brave and honest person who restores and strengthens honour of Rauca family. It was great pleasure to meet you.”

“Danke für das Gespräch, Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Ich stimme Herrn Zingeris und Herrn Vinokuras zu, die sagen, dass Sie ein mutiger und aufrichtiger Mensch sind, der die Ehre der Familie Rauca wieder herstellt und stärkt. Es war ein großes Vergnügen, Sie zu treffen.” Paulius Gritėnas, Journalist bei 15min.lt

21.9.2017
Treffen mit Überlebenden des Kaunas Ghetto in der jüdischen Community Kaunas (am 8.9.2017
http://www.lzb.lt/en/2017/09/19/raucas-granddaughter-meets-survivors-in-kaunas/

Kaunas, 9. Fort / IX fortas

14.9. Heute war ich zum zweiten Mal im 9. Fort in Kaunas. Hier wurden insgesamt 50.000 Menschen erschossen, 30.000 davon jüdischer Abstammung. Mein Großvater war als “specialist for jewish affairs” 1941-43 verantwortlich für die Selektionen und Erschießungen der Juden im Ghetto Kaunas. Zudem war er Stellvertreter im Rollkommando von Joachim Hamann und somit mit verantwortlich, dass fast die gesamte litauische jüdische Landbevölkerung ausgerottet wurde. Was im 9. Fort Kaunas geschehen ist, ist monströs und grauenhaft. Es ist für mich kaum vorstellbar und schwer nachvollziehbar. Ich kann, als Enkelin, nichts ungeschehen machen, nichts an den historischen Tatsachen ändern. Das mindeste was ich tun kann ist jedoch, dass ich mich damit auseinandersetze und hier bin, an Ort und Stelle. Das ich mit Menschen spreche, die selbst im Ghetto waren oder die deren Nachkommen sind. Das Monument ist sehr beeindruckend. Daneben ist die Stätte, wo die Menschen erschossen wurden. Vorn die großen Gedenksteine. Man sieht eine Wiese, eingefasst von einer niedrigen Steinmauer, über die man gehen kann, die Stätte auf sich wirken, an die Opfer denken kann. Auch das Museum ist sehr eindrucksvoll, gut gemacht, wie ich finde, besonders die Fotos und einzelnen, reduzierten Ausstellungsstücke. Die will ich mir, bei einem dritten Besuch, nochmal genauer ansehen. Spannend und beklemmend zugleich war heute auch ein Gang durch die unterirdischen Gänge. 63 Gefangenen gelang dadurch 1944 die Flucht, leider haben es davon nur 11 Menschen geschafft, die anderen wurden gefasst.

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Begegnungen im Zeichen des Austauschs und der Verständigung

13.9.
Bereits vorige Woche war ich in Kaunas und habe mich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und einer Überlebenden des Kaunas Ghetto getroffen. Es war ein bewegendes Treffen, und ich bin sehr dankbar für die freundliche und warme Aufnahme. Anschließend besuchte ich das 9. Fort, die Erschießungsstätte der SS. Hier wurden die 9.200 jüdischen Männer, Frauen und Kinder erschossen, die mein Großvater Helmut Rauca am 28.10.1941 selektiert hatte. Eines der schwärzesten Kapitel der deutschen und litauischen Geschichte. Gestern Abend war ich zu einem Jewish reading circle in Vilnius, wo sich Juden aus verschiedenen Ländern zusammen finden, um bei Prof. Dovid Katz jiddisch zu lernen. Es war für mich spannend und interessant zu hören, wie sehr das jiddische dem deutschen ähnelt. Prof. Katz macht das ganz wunderbar und mit großer Leidenschaft. Nur die hebräischen Worte konnte ich nicht verstehen. Das jiddische ist im Grunde ein Dialekt des deutschen. Anschließend saßen wir noch zusammen und haben uns angeregt unterhalten. Die jüdischen Menschen begegnen mir freundlich, offen und ohne Vorbehalte. Auch das war für mich ein sehr emotionales Treffen.

Hier die Webseiten meiner beiden Ansprechpartner in Litauen:

Arkadijus Vinokuras Clown, Schauspieler, Journalist und Autor
http://www.vinokuras.lt/
Schaut auch mal auf Youtube. Dieses Video finde ich besonders bewegend:
Arkadijus Vinokuras – Mr. Arkadas ir Holokaustas
https://www.youtube.com/watch?v=kRhPFNLG6m8

Dovid Katz
Prof. für jiddische Sprache, Literatur und Kultur an der Universität Vilnius. Wer sich für die Geschichte des Holocaust in Litauen interessiert, sollte sich auch mal DefendingHistory ansehen.
www.dovidkatz.net
www.DefendingHistory.com

Informationen zu meinem Großvater Helmut Rauca

http://www.reglindisrauca.de/ns-vergangenheit_von_helmut_rauca/

Empfehlenswerte Literatur (Sachbücher, Artikel

https://www.alles-ueber-litauen.de/litauen-b%C3%BCcher/152-krieg-judenmorde-und-kollaboration-1941.html Foto Buch Holocaust

Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden
Autor: Harald Welzer
https://www.amazon.de/T%C3%A4ter-normalen-Menschen-Massenm%C3%B6rder-werden/dp/3100894316

Sehr spannend fand ich diesen Artikel im Journal für Psychologie:
Autorin: Angela Moré
Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen

Vilnius

Ich stelle hier nur ein paar Fotos und Impressionen ein. Wer mehr sehen und wissen will, dem empfehle ich Reiseführer, mit hoher literarischer Qualität vom litauischen Schriftsteller und Dichter Tomas Venclova, auch sein Buch “Vilnius. Eine Stadt in Europa”. Oder schaut es euch am besten mit eigenen Augen an…

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Seit dem 1. September bin ich in Vilnius. Der Kulturschock war anfangs ziemlich groß, von der puren Idylle der Kuhrischen Nehrung in die osteuropäische Hauptstadt. Ich wohne zwar in einem klasse modernen Loft, aber in einer Gegend, die eher einer Industriebrache ähnelt als einem Wohnviertel. Under construction … An sich sehr schön gelegen, nah an schönen großen Parks und fußläufig zum Künstlerviertel Uzupis, von dort aus ist man fast schon in der  Altstadt. Im Moment graben sie hier aber noch die halbe Gegend um, und ab und zu donnert ein Flugzeug drüber. Überhaupt scheint sich in Vilnius viel zu tun, die herrliche alte Stadt mit ihren historischen Bauwerken gehört zum UNESCO Welterbe. Ich sehe viele junge Leute, junge Familien, die Stadt ist lebendig. In Uzupis, wo ich durchlaufe oder mit dem Rad durchfahre, wechseln sich historische Kneipen mit schön restaurierten Häuserfassaden, dann blättert von einem Haus der Putz, dazwischen blitzt ein Geschäft mit teuren Weinen. Wenn man in die Höfe reingeht, sieht man viel Sanierungsbedürftiges, aber wenn das nach und nach restauriert werden kann (NACH den Fassaden …;), wird das eine klasse Wohngegend. Flair hat es und ist attraktiv durch viele Ateliers, Kneipen und Cafes.

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Nida, Kuhrische Nehrung

Als “privates Vorprogramm” war ich im August in Nida an der Kuhrischen Nehrung. Ich habe noch nie einen so idyllischen, friedlichen und entspannten Urlaubsort an der Ostsee erlebt, wie diesen. Einheimische und Urlauber (viele Litauen, Russen und Deutsche) sind freundlich und entspannt. Man hat das, in unserer hektischen und aggressiven Konsumgesellschaft, selten gewordene Gefühl, dass es hier keine Konkurrenz, keinen Konsumwahn, keine Verkaufsorgien gibt, was natürlich trügt, denn auch die Menschen an der Nehrung sind auf den Tourismus und den Verkauf ihrer Waren angewiesen, sicherlich mehr als anderswo, denn viele Menschen hier sind sehr arm. Die Natur ist traumhaft schön und intakt, unverbaut. Die Ostsee erinnert mit ihrer Brandung und der elementaren Kraft ihrer Wellen bei Westwind an die Nordsee. Das Haff wirkt ruhig und idyllisch, kann aber auch bei Wetterwechsel tückisch sein. Ich habe den Urlaub dort sehr genossen und kann nur empfehlen, die Nehrung zu besuchen, man tut sich selbst und den Menschen hier was Gutes, denn sie leben auch vom Tourismus. Ich war sicherlich nicht das letzte Mal da …

 

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